Kinder mit ADHS sind oft voller Energie und Ideen, brauchen im Unterricht aber manchmal Hilfe beim Fokus.
Bei einem Kind mit ADHS helfen Sie vor allem bei Konzentration und Arbeitsorganisation. Sie unterstützen dabei, Aufgaben zu beginnen und durchzuhalten, geben Struktur, helfen im Umgang mit Frust und Konflikten und begleiten in Pausen. Sie unterrichten nicht und lösen keine Aufgaben für das Kind. Ziel ist, dass es selbstständiger am Unterricht teilhaben kann.
Wann bekommt ein Kind mit ADHS eine Schulbegleitung?
Nicht jedes Kind mit ADHS braucht eine Schulbegleitung. Sie kommt infrage, wenn ein Kind ohne Unterstützung nicht ausreichend am Unterricht teilhaben kann. Rechtlich wird die Hilfe bei ADHS je nach Einzelfall häufig über das Jugendamt bewilligt, als Hilfe bei drohender seelischer Behinderung. Den Antrag stellen die Eltern. Einen Überblick über weitere Bedarfe gibt Welche Kinder begleitet ein Schulbegleiter?
Welche Aufgaben übernehmen Sie im Unterricht?
- Konzentration: Sie helfen dem Kind mit kurzen Hinweisen, wieder zur Aufgabe zurückzufinden.
- Arbeitsorganisation: Sie unterstützen dabei, Material bereitzulegen, Aufgaben in kleine Schritte zu teilen und anzufangen.
- Tagesstruktur: Sie geben Orientierung über den Ablauf des Tages.
- Umgang mit Gefühlen: Sie helfen bei Frust, Wut oder Unruhe und tragen zur Deeskalation bei.
- Soziale Interaktion: Sie begleiten in Pausen und helfen, Konflikte mit anderen Kindern zu lösen.
Wichtig ist die Grenze zur Lehrkraft. Sie erklären keinen neuen Stoff und ersetzen keine Nachhilfe. Mehr dazu unter Was darf ein Schulbegleiter nicht?
Was hilft im Alltag mit dem Kind?
Kinder mit ADHS profitieren oft von klaren Absprachen und Verlässlichkeit. Hilfreich ist, mit Lehrkraft und Eltern gemeinsame Regeln zu vereinbaren. Loben Sie konkret, wenn etwas gut klappt. Bleiben Sie ruhig, wenn es schwierig wird. Bewegungspausen können helfen, wenn die Schule sie erlaubt. Sprechen Sie das mit der Lehrkraft ab.
Manche Kinder mit ADHS nehmen Medikamente. Dabei gilt: Medizinische Maßnahmen nur nach Absprache, Einweisung und klarer Regelung durch Träger, Eltern und gegebenenfalls Ärztin oder Arzt. Lesen Sie dazu Darf ein Schulbegleiter Medikamente geben?
Auch kleine Hilfsmittel können viel bewirken. Eine Liste mit den nächsten Arbeitsschritten, ein aufgeräumter Arbeitsplatz oder ein vereinbartes Zeichen, wenn die Aufmerksamkeit nachlässt, geben dem Kind Halt. Wichtig ist, dass Sie solche Ideen nicht allein einführen, sondern mit Lehrkraft und Eltern abstimmen. So erlebt das Kind in der Schule und zu Hause möglichst ähnliche Regeln.
Welche Haltung ist wichtig?
Sehen Sie das Kind mit seinen Stärken. Ein Kind mit ADHS ist kein schwieriges Kind, es hat besondere Bedürfnisse. Geduld und Humor helfen oft mehr als Strenge. Stellen Sie keine Diagnosen und dokumentieren Sie sachlich, was Sie beobachten.
Planen Sie außerdem Zeit für Ihre eigene Erholung ein. Die Begleitung eines sehr aktiven Kindes kann anstrengend sein. Belastbarkeit gehört zu den üblichen Anforderungen, aber auch Sie dürfen Unterstützung beim Träger suchen.
Nächste Schritte
- Fragen Sie Eltern und Lehrkraft, was dem Kind bisher geholfen hat.
- Vereinbaren Sie gemeinsame Regeln und Signale für den Unterricht.
- Bereiten Sie sich mit einer Weiterbildung vor, etwa bei Care-er, einem AZAV-zertifizierten Bildungsträger aus Berlin, der online mit Live-Unterricht schult.